Mr. Backliner "Man In A Bowler Hat" (Ruarec 2013)

http://www.ragazzi-music.de/misterbackliner13.html

 

 

Eine Menge Gäste sind auf "Man In A Bowler Hat" aktiv geworden, an vielfachem Instrumentarium. Für den ganzen Rest steht Mister Backliner aka Markus Meier, der alle Songs komponierte, arrangierte, aufnahm und mixte, Gitarre spielte und sang und ursprünglich studierter Jazzmusiker ist und als Gitarrist in der Dub-Band ‚Dub Spencer & Trance Hill' arbeitet.
Vor zwei Jahren, so meint der Mann mit dem Hut, habe er sich aufgerafft, alle seine Ressourcen zu konzentrieren und sein langjähriges Singer/Songwriter-Projekt Mr. Backliner auf CD zu bannen.
Und hier ist es. 12 Songs und 51:24 Minuten zwischen liedhaft-melancholischem Pop, aufwendigem, facettenreichen Rock, leichten, luftigen Stücken und schweren Kraftakten. Die Rockhistorie schaut hier und da über die Schulter, "Tell Me" hat ein wenig Pink Floyd im Gen, ebenso amerikanische Weitschweifigkeit, in den Gitarrensounds von "Garden" brachte Jimmy Page Inspiration vorbei; alles angenehm, keine sich aufdrängelnde Nähe, nur entspannte Verwandtschaft. Davon gibt es einige. Aber nicht die Nähe zu anderen Bands oder großen Klassikern und Vorbildern ist eindrücklich und entscheidend, sondern die sehr angenehm fließende Songstruktur, nie zu sehr auf Mainstream getrimmt, nicht mit Computerprogrammen geglättet, sondern lebhaft und vital, stets enorm pegelfreundlich und so konzentriert liedhaft, das die kurzweiligen Gitarrensongs, kaum im Ohr, schon wieder vorbei sind. Geigen und Celli singen mit der Gitarre um die Wette, von kraftvoller Rhythmuscrew unterhoben, fast kommt ein wenig ELO-Flair auf, so dynamisch und herzhaft es instrumental zur Sache geht, so entspannt der Gesang mit dieser warmen, lyrischen Stimme, die mehr als Singer/Songwriter kann, ohne herber Rocker zu sein.
Mister Backliner will nicht die Popmusik revolutionieren, es reicht ihm, gut zu unterhalten. Und das tut er vor allem deswegen so angenehm, weil seine Songs echt sind. Handwerk. Instrumente. Electronics: Fehlanzeige. Der Rhythmus stampft in seine Minuten, als führe ein Bummelzug durch wunderschöne Landschaft. Die herben Gitarrensounds geben den Kick, nichts ist platt oder simpel, alles bewegt in lyrischer Schlichtheit. Selbst partielle wildere Rockausbrüche mit Bläsern und Orgel passen ins Konzept, erhalten die laszive Stimmung. Bis, ja bis mit "Survive" ein kraftvoller Rocker an Bord ist, dessen Energie selbst den entspannten Songwriter mitreißt, indes den Sänger nicht. Der erhält das episch weite, zurückgenommene Format. Sobald der Gesang einsetzt, steht die Stimme im Vordergrund und alle Instrumentalarbeit ist ihr untergeordnet. Und doch passieren instrumentale Schlenker, die neben dem Songwriter den Rockfan(atiker) verraten, der es ordentlich krachen lassen kann/will und sich sagt: He, mein Album. Das kommt da drauf!
Und die Geigen und akustischen Gitarren fangen alle Lyrik wieder ein. Die Lautstärke zwischendrin ist nicht nur kein Störfaktor, sondern notwendig, um verschiedene Emotionen anzupacken und den Zuhörer nicht mit Dauergleichbeschallung einzuschläfern. Country, leichte Led Zeppelin-Einflüsse, hier mal U2-Bono im Gesang und stets eigene Tiefe im kompositorischen Einfall - Mr. Backliner kann sich entspannt zurücklehnen, seine Arbeit genießen und präsentieren. Sehr schick!
"While You Do" hat allerfeinste Gitarrensounds im Bluesballaden-Schema, die Bläser sind mir etwas zu leise eingemixt, da wäre mehr kraftvoller gewesen. Trotzdem: schickes Teil! Wenn nicht schickstes Teil - - -
Zum Schluss, scheint es, sind die rockigeren, herzhafteren Stücke eingebaut. Gut so, da ermüdet das Ohr weniger leicht. Und die abschließende Geigenseligkeit in "Trace" wirkt sehr organisch, wenn das Piano auch fast untergeht. Der Mix gefällt mir außerordentlich gut. Kein Mainstream, sondern, noch einmal, echte, starke Musik gut präsentiert.
Nur das Cover wirkt etwas leer und fad.

 

Eine Menge Gäste sind auf "Man In A Bowler Hat" aktiv geworden, an vielfachem Instrumentarium. Für den ganzen Rest steht Mister Backliner aka Markus Meier, der alle Songs komponierte, arrangierte, aufnahm und mixte, Gitarre spielte und sang und ursprünglich studierter Jazzmusiker ist und als Gitarrist in der Dub-Band ‚Dub Spencer & Trance Hill' arbeitet.
Vor zwei Jahren, so meint der Mann mit dem Hut, habe er sich aufgerafft, alle seine Ressourcen zu konzentrieren und sein langjähriges Singer/Songwriter-Projekt Mr. Backliner auf CD zu bannen.
Und hier ist es. 12 Songs und 51:24 Minuten zwischen liedhaft-melancholischem Pop, aufwendigem, facettenreichen Rock, leichten, luftigen Stücken und schweren Kraftakten. Die Rockhistorie schaut hier und da über die Schulter, "Tell Me" hat ein wenig Pink Floyd im Gen, ebenso amerikanische Weitschweifigkeit, in den Gitarrensounds von "Garden" brachte Jimmy Page Inspiration vorbei; alles angenehm, keine sich aufdrängelnde Nähe, nur entspannte Verwandtschaft. Davon gibt es einige. Aber nicht die Nähe zu anderen Bands oder großen Klassikern und Vorbildern ist eindrücklich und entscheidend, sondern die sehr angenehm fließende Songstruktur, nie zu sehr auf Mainstream getrimmt, nicht mit Computerprogrammen geglättet, sondern lebhaft und vital, stets enorm pegelfreundlich und so konzentriert liedhaft, das die kurzweiligen Gitarrensongs, kaum im Ohr, schon wieder vorbei sind. Geigen und Celli singen mit der Gitarre um die Wette, von kraftvoller Rhythmuscrew unterhoben, fast kommt ein wenig ELO-Flair auf, so dynamisch und herzhaft es instrumental zur Sache geht, so entspannt der Gesang mit dieser warmen, lyrischen Stimme, die mehr als Singer/Songwriter kann, ohne herber Rocker zu sein.
Mister Backliner will nicht die Popmusik revolutionieren, es reicht ihm, gut zu unterhalten. Und das tut er vor allem deswegen so angenehm, weil seine Songs echt sind. Handwerk. Instrumente. Electronics: Fehlanzeige. Der Rhythmus stampft in seine Minuten, als führe ein Bummelzug durch wunderschöne Landschaft. Die herben Gitarrensounds geben den Kick, nichts ist platt oder simpel, alles bewegt in lyrischer Schlichtheit. Selbst partielle wildere Rockausbrüche mit Bläsern und Orgel passen ins Konzept, erhalten die laszive Stimmung. Bis, ja bis mit "Survive" ein kraftvoller Rocker an Bord ist, dessen Energie selbst den entspannten Songwriter mitreißt, indes den Sänger nicht. Der erhält das episch weite, zurückgenommene Format. Sobald der Gesang einsetzt, steht die Stimme im Vordergrund und alle Instrumentalarbeit ist ihr untergeordnet. Und doch passieren instrumentale Schlenker, die neben dem Songwriter den Rockfan(atiker) verraten, der es ordentlich krachen lassen kann/will und sich sagt: He, mein Album. Das kommt da drauf!
Und die Geigen und akustischen Gitarren fangen alle Lyrik wieder ein. Die Lautstärke zwischendrin ist nicht nur kein Störfaktor, sondern notwendig, um verschiedene Emotionen anzupacken und den Zuhörer nicht mit Dauergleichbeschallung einzuschläfern. Country, leichte Led Zeppelin-Einflüsse, hier mal U2-Bono im Gesang und stets eigene Tiefe im kompositorischen Einfall - Mr. Backliner kann sich entspannt zurücklehnen, seine Arbeit genießen und präsentieren. Sehr schick!
"While You Do" hat allerfeinste Gitarrensounds im Bluesballaden-Schema, die Bläser sind mir etwas zu leise eingemixt, da wäre mehr kraftvoller gewesen. Trotzdem: schickes Teil! Wenn nicht schickstes Teil - - -
Zum Schluss, scheint es, sind die rockigeren, herzhafteren Stücke eingebaut. Gut so, da ermüdet das Ohr weniger leicht. Und die abschließende Geigenseligkeit in "Trace" wirkt sehr organisch, wenn das Piano auch fast untergeht. Der Mix gefällt mir außerordentlich gut. Kein Mainstream, sondern, noch einmal, echte, starke Musik gut präsentiert.
Nur das Cover wirkt etwas leer und fad.

 

VM

Upcoming Shows:

 

25.4.13 Langstars

             Zürich, Trio


30.5.13 Waho/Galvanik 

             ZugTrio

 

4.10.13 Gleis 5

            Malters,

            Strings Akustisch


9.11.13 Gewerbehalle

            Luzern, Trio

            


Die Feuer-Taufe ist geglückt. Nun geht's raus in die Welt.

Ein Sound-Eldorado erster Güte. Nicht verpassen!